20.04.2010
Beratungswissen Luxuspflege
Haut im Goldrausch
Perlen. Unnachahmlich geschmeidig, kühl, aber niemals kalt. Mit ihrem bezaubernden Schimmer ziehen Perlen schon seit Jahrtausenden Frauen – und Männer – in ihren Bann. Die Geschichten rund um Perlen füllen Bücher, sei es im Orient, bei den Griechen oder Römern. Einen Hauch von Geheimnis scheinen sie in sich zu tragen, wachsen sie, die echten, doch in den Tiefen des Meeres. Als Göttin der Perlen, oft auch selbst als oder mit Perlen dargestellt, gilt die griechische Göttin Aphrodite. Eng verknüpft ist Aphrodite aber auch mit dem Begriff der Schönheit, wozu Perlen ihren Teil ganz sicher beigetragen haben. Vielfach erwähnt in der Geschichte ist der Einsatz von Perlen und Perlenpulver zu heilenden Zwecken. Dies nicht nur in der arabischen Welt, sondern auch in der westlichen. Hier setzte die Äbtissin Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert Perlen in manchen Fällen als Regenerationsmittel ein. Ärzte des Mittelalters verordneten pulverisierte Perlen als Verjüngungsmittel und gegen melancholische Stimmungen.
Der Einsatz von Perlen für die Schönheit wurde auch in der traditionellen chinesischen Medizin umgesetzt. Hier wird Perlenpulver verwendet, um entzündete Gewebe zu beruhigen und um Haut und Körper zu entgiften. Im klassischen Perlenland Japan wurden und werden Perlen schon lange als Pflege gegen Faltenbildung eingesetzt. Reines Perlenpulver wird insbesondere zur Regeneration des Zellgewebes eingesetzt, da es deren eigene Reparationskraft anregen soll. Auch die Regulierung der Hautfeuchtigkeit und die Erneuerung der Haut durch die Anregung des Hautstoffwechsels zählen zu den Spezialgebieten der Perlen. Daneben sollen sie die Poren verkleinern, das Hautbild verfeinern und allgemein die Vitalität der Haut erhöhen. Zurückzuführen sind diese positiven Wirkungen auf das Zusammenspiel der wertvollen Perleninhaltsstoffe. Dazu zählen stattliche zwanzig Aminosäuren und viele Spurenelemente wie Zink, Selen, Lithium, Phosphor, Jod, Eisen und Magnesium.
Ein Hauch von Gold
In der Antike galt Gold als Quelle der Unsterblichkeit. Gold wird schon seit alters in der Medizin und Naturheilkunde bei zahlreichen Beschwerden, z. B. bei Rheuma, eingesetzt. Das Edelmetall steht für Energie in Reinform. Ein wertvoller Aspekt in der Hautpflege, wo integriertes Gold eine Vielzahl von regenerierenden Prozessen in der Haut auslöst. In einigen exklusiven Kosmetikprodukten wird kolloidales Gold eingesetzt, also winzige, in Wasser gelöste Goldpartikelchen aus 24-karätigem Gold. Die Goldpartikelchen verschmelzen mit der Haut und verleihen ihr außergewöhnliche Ausstrahlung und Vitalität. So wurde untersucht, dass 24-karätiges Gold die Mikrozirkulation und damit eine umfassende Erneuerung der Hautzellen in Gang setzt. Durch den befreienden Aufräumprozess in den Hautzellen werden diese stabilisiert und damit widerstandsfähiger gegen schädliche äußere Einflüsse. Gold in der Kosmetik sichert die Feuchtigkeitsversorgung der Haut und unterstützt deren gesunde Struktur durch seinen fördernden Einfluss auf die Kollagen- und Elastinfasern. Äußerlich wird die Regeneration der Haut an einem geglätteten, vitalisierten und jugendlichen Hautrelief sicht- und fühlbar.
Die äußerliche Schönheit kann man mit Gold noch von innen unterstützen. Einst wurde Gold von Paracelsus als das “mächtigste Lebenselixier und Stärkungsmittel“ bezeichnet. Heute wird die Goldtherapie in der Naturheilkunde bzw. Homöopathie zur ganzheitlichen Harmonisierung eingesetzt. Spezialgebiete sind die ausgleichende Wirkung auf das Drüsensystem, die Beruhigung des Nervensystems sowie zur allgemeinen Aktivierung, Kräftigung und Stärkung der inneren Balance. Und letztendlich ist dies auch eine gute Basis für eine gesunde, vitale Ausstrahlung der Haut.
Kaviar – das Gold des Meeres
Von grau über schwarz bis goldfarben schimmert Kaviar. Nicht nur wegen seines glänzenden Aussehens wird er gerne “Gold des Meeres“ genannt. Kaviar ist eine Proteinbombe und reich an Lecithin, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die von Natur aus wertvolle Zusammenstellung der Inhaltsstoffe macht den Kaviar sowohl zu einem bemerkenswerten Lebensmittel als auch zu einem wirkungsvollen Bestandteil in Kosmetika. Kaviarextrakte besitzen eine intensiv regenerierende Wirkung auf die Haut. Sie fördern deren Zellstoffwechsel, stabilisieren die Hautfeuchtigkeit und besitzen einen schützenden und glättenden Effekt auf die Hautoberfläche. Kaviarextrakte stärken die Zellmembranen, steigern die Kollagensynthese und verbessern dadurch die Spannkraft und Struktur der Haut. Insbesondere für die reife, anspruchsvolle und beanspruchte Haut sind Cremes mit Kaviarextrakt wertvoll. Wenn die Haut ausgezehrt, müde, fältchenreich und schlaff wirkt, gewinnt sie durch Kaviar rasch neue Energie.
Zart besaitet und viel geliebt: Seide
“Seide wurde erfunden, damit die Frauen nackt in Kleidern gehen können“, so ein arabisches Sprichwort. Treffend erkannt, denn mit keinem anderen Stoff fühlt sich Angezogen sein so angenehm nackt an. Gewonnen wird Seide aus der Larve des Maulbeerspinners, der Seidenraupe. Hauptlieferant von Seide ist China, wo auch der Ursprung der Seide liegt. Entsprechend umfangreich und vielseitig ist der Einsatz von Seide im Land des Lächelns. Traditionell wird Seidenpuder in der chinesischen Heilkunde bei Hautproblemen eingesetzt. Das kommt nicht von ungefähr, denn Seide enthält extrem hautverträgliche Seidenfibroine. Dies sind Eiweiße, die dem Aufbau der menschlichen Haut ähnlich sind. Durch diese Übereinstimmung lässt die Haut gewissermaßen ein schnelleres und besseres Eindringen des Seidenwirkstoffes zu, auch in Schichten, die ansonsten für Kosmetika nur schwer zugänglich sind. In ihrer Wirkung wird Seide auch als Feuchtigkeitsspender genannt. So wirken Seidenmoleküle wie Wasser aufsaugende Schwämmchen, die das bis zu 300-Fache des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit speichern können. Ideal also für trockene, durstige Haut. Auch beanspruchte, raue Haut profitiert von den zart machenden und stärkenden Effekten der Seide.
Es war übrigens dieser zart machende Effekt, der in den 1930er Jahren zur Herstellung der ersten industriellen Seidenkosmetik geführt hat. Damals soll der Chef der Tokioter Seidenfabrik Kanebo bei einem Rundgang durch die Fabrikhallen festgestellt haben, dass die Hände der Arbeiterinnen allesamt zart und weich waren. Bald war herausgefunden, dass die Seide hier mitmischte und es wurde die Seife “Savon de Soie” entwickelt. Sie bestand aus den Ölen des Kokons und den Puppen der Seidenraupe.
Auf die vermeintlich “raue“ Seite der Seide setzt die Ayurvedische Lehre aus Indien. Dort wird die Haut mit einem Rohseidenhandschuh gepeelt, pardon, besser gesagt glatt gestreichelt. Streichelnderweise lösen sich während der Seidenhandschuhmassage (Garshan) überschüssige Poren, die Poren verfeinern sich und Schlacken werden abtransportiert. Durch die Reibung wird außerdem eine elektrostatische Entspannung der Haut herbeigeführt wird. Eine höchst angenehme Behandlung, bei der sich der Spruch bewahrheitet: “Seide ist eigentlich kein Stoff, sondern ein Gefühl.“
Evelyn Seyler
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