14.07.2010
Sommerlich inspiriert
Ein Sommer, viel Pflege
Zeit also, die Pflege auf sommertauglich umzustellen. Das Beratungsspektrum zeigt sich dabei angenehm facettenreich und Alltag, Freizeit und Urlaub bieten reichlich Anknüpfungspunkte.
Bei hohen Temperaturen und Sonnenschein ist die Haut mehrfach belastet. So paradox es klingen mag, Wärme trocknet die Haut aus, auch wenn sie sich feucht anfühlt. Verstärkt wird dieser Prozess durch das Schwitzen, denn mit dem Schweiß verliert die Haut Mineralien und Feuchtigkeitsfaktoren. Dennoch: Schwitzen ist ein Muss im Sommer. Über den Schweiß hält der Körper seine Innentemperatur konstant, während die Verdunstungskühle des Schweißes auf der Haut höhere Temperaturen erst erträglich macht. Bliebe Ihre Kundin der aus der kühleren Jahreszeit durchaus angebrachten reichhaltigen Creme treu, würde sie den sogenannten Okklusionseffekt provozieren. Die Textur schließt die Haut ab, die Transpiration wird behindert, ein unangenehmer Hitzestau ist die Folge. Diesbezüglich lohnt sich also durchaus eine Empfehlung auf Sommerpflege.
Sommer in der City
Die UV-Strahlung entzieht der Haut ebenfalls Feuchtigkeit. Gravierender aber sind die Auswirkungen von UVA-Strahlen auf vorzeitige Faltenbildung und Hautalterung. Oder die UVB-Strahlen, die für Sonnenbrand verantwortlich sind. Auch der Sommer in der City schützt vor diesen Gefahren nicht. Während der Mittagspause im Straßencafe oder im Park scheint die Sonne ja auch.
Aber noch andere Gefahren bedrohen nach Expertenmeinungen im Zuge des Klimawandels vermehrt unsere Gesundheit und damit die Haut. Aktuellen Studien zufolge sind auch freie Radikale, die durch Umweltstressoren wie Bodenozon, UV-Strahlen und Verschmutzung entstehen, für eine Beschleunigung des Alterungsprozesses verantwortlich. Und gerade die Konzentration von Ozon sei auf ein bedenkliches Maß angestiegen. So hat The Royal Society festgestellt, dass die Ozonwerte seit den 80er Jahren pro Jahrzehnt um 6 Prozent angestiegen und nun bei einem Level angekommen sind, das Auswirkungen auf unsere Gesundheit und die Umwelt hat.
Pflege in Lightversion, Power beim Lichtschutz
Die Kosmetikindustrie hat für die besonderen Anforderungen sommerlicher Hautpflege längst die entsprechenden Pflegekonzepte parat. Leichte Fluids oder Formulierungen auf kühlender Gelbasis versorgen die Haut mit einer Extraportion Feuchtigkeit und halten so den Hydrolipidfilm intakt – Voraussetzung für eine gesunde Haut. Fast alle diese Produkte sind mit UVA-/UVB-Filtern ausgestattet und auch an Radikalfängern wird nicht gespart. Zu diesen Antioxidantien zählen vor allem die Vitamine A, C und E, aber auch Wirkstoffe aus Traubenkernen und aus Grünem Tee, neuerdings auch aus Weißem Tee, oder Enzyme wie Coenzym Q10. Ihre Kundin ist so mit einer Tagescreme bestens für den Sommer ausgestattet.
Aber hohe Temperaturen verführen vor allem Ihre weibliche Kundschaft, leichte Bekleidung zu bevorzugen. Frau zeigt gerne Dekolleté, Arme, Schultern und natürlich viel Bein. So viel Sorgfalt sie für die Gesichtspflege aufbringt, soviel Aufmerksamkeit sollte sie dem gesamten Körper schenken. Viel Haut zu zeigen ist in Ordnung, vorausgesetzt, sie ist gepflegt. Auf dem Sommerpflegefahrplan sollte einmal pro Woche ein Peeling vermerkt sein, die Basis für glatte ebenmäßige Haut. Und natürlich – täglich – die entsprechende Körperpflege.
Freizeitpflege
Wie wichtig Sonnenschutz ist, hat sich langsam aber sicher herumgesprochen. Aber es gibt auch hier noch Beratungsbedarf. So müssen noch 40 Prozent der Männer von Sinn und Zweck der Sonnenschutzpräparate überzeugt werden. Das hat gerade eine Studie ergeben. Im Auftrag von L’Oréal hat die Gesellschaft für Konsumforschung GfK eine Umfrage durchgeführt mit dem Ergebnis, dass 80,4 Prozent der Frauen und 60,1 Prozent der Männer zum Sonnenschutz greifen. Am meisten schützen sich die Jüngeren vor der Sonne: In der Altersklasse 14-19 Jahre verwenden 84,5 Prozent Sonnenschutzmittel. Ältere achten weniger darauf: bei den über 70-jährigen benutzen nur 45 Prozent Sonnenschutz. Gefragt wurde auch, bei welchen Gelegenheiten Frauen und Männer vor allem Sonnencreme benutzen. Das Ergebnis: Im Urlaub (Frauen 57,7 Prozent, Männer 45,5 Prozent), bei längerem Aufenthalt im Freien (Frauen 36,2 Prozent, Männer 24,3 Prozent) und beim Schwimmen (Frauen 32,3 Prozent, Männer 19,8 Prozent).
Sommerteint
Das Schönheitsideal Bräune ist ein Dauerbrenner, auch wenn sich die meisten Ihrer Kundinnen lieber nicht der Sonne direkt aussetzen wollen. Und es geht ja auch ohne sie. Eine leichte Tönung, ganz ohne UV-Strahlung, bieten Selbstbräuner. Ein Zuckerderivat färbt die oberste Hornschicht mittlerweile absolut natürlich und, je nachdem wie oft aufgetragen, von zart getönt bis zu intensiv-sportlicher Bräune. Ganz verständlich ist es deshalb nicht, dass die Selbstbräuner noch nicht im Bewusstsein der Verbraucherinnen angekommen sind. Das jedenfalls lässt sich aus der aktuellen Brigitte Kommunkationsanalyse 2010 schließen. Befragt nach der Verwendungsintensität gaben lediglich zehn Prozent an, Selbstbräuner selten zu benutzen, 87 Prozent benutzen sie nie, ganze ein Prozent benutzen sie ein- bis zweimal pro Monat. Dabei erlaubt es diese Tönung, auf Make-up zu verzichten und eher dem Puder mit seinem mattierenden Effekt den Vorzug zu geben. Oder man greift auf die Terrakotta-Puder zurück, die ebenfalls den “gebräunte Haut-Effekt“ bieten. Und wenn es abends in den Biergarten oder zur Party am hippen Stadtstrand geht, setzen Puder mit Goldglimmer Highlights nicht nur im Gesicht. Auch auf Dekolleté und Schultern kommen die glitzernden, lichtreflektierenden Partikelchen besonders gut zur Geltung.
Monika Baumann
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