26.10.2011
Naturkosmetik Branchenkongress
Top-Referenten für Kongress
Naturkosmetik hält mit satten Zuwachsraten weiterhin den Kosmetikmarkt in Atem. Zehn Prozent Wachstum seit Jahren - davon berichten nur wenige Märkte. Elfriede Dambacher, Programmvorsitzende des Kongresses, erläuterte in ihrem Vortrag die Bedeutung des heutigen Naturkosmetikmarkts in Deutschland und weltweit. Täglich greifen mehr Konsumenten zu Naturkosmetik und das Angebot nimmt ständig zu. Produkte und Preise gleichen sich immer mehr an. Marken benötigen jetzt jedoch andere Parameter, um sich im Naturkosmetikmarkt behaupten zu können. Für Konsumenten gewinnt Glaubwürdigkeit und Transparenz der Marken an Bedeutung. In Bezug auf die Naturkosmetik ist Deutschland weiterhin mit Abstand der größte europäische Markt. Die Marktanteile in den meisten europäischen Ländern liegen zwischen 3 und 4 Prozent. Das Kosmetik-Nachbarland Frankreich holt in Sachen Naturkosmetik rasch auf und wächst pro Jahr um 30 Prozent. Die Konsumenten sind sich einig - sie suchen Sicherheit in den Produkten, die sie kaufen wollen. Eine weltweite Debatte über die Besorgnis über "toxische" Inhaltsstoffe heizt den Markt zusätzlich an. Die Naturkosmetik allein lässt sich nicht ausschließlich über die Inhaltsstoffe vermitteln. Unter anderem reagiert der Handel heute auf die Labelvielfalt und stellt eigene Kriterien auf. Weiterhin zu vermerken ist die hohe Investitionsbereitschaft der Kosmetikindustrie in die Entwicklung neuer Produkte.
Unter dem Aspekt "Kundenmotive erkennen: Beauty-Typen und ihr Potential" stellte Doris Rudolph - Senior Research Manager Institut für Medien- und Konsumentenforschung Erding - die verschiedensten Beauty-Typologien in Bezug auf Naturkosmetik dar. Fazit: Im Grunde gibt es keine typische Naturkosmetik-Zielgruppe. Die Naturkosmetikverwender haben vielfältige Interessen und somit unterschiedliche Motivationen und Beweggründe, warum sie Naturkosmetik kaufen.
"Trendmarkt USA: Welche Trends bestimmen den Markt?" Wie nehmen Konsumenten Einfluss und wie verändert die Fokussierung auf Inhaltsstoffe den Markt? Roland Koch, CURA Marketing GmbH, sprach über Intelligent Nutrients, ein amerikanisches Gesundheits- und Beauty-Unternehmen, das mit 100 Prozent naturbelassenen Bio-Inhaltsstoffen auf die höchsten Standards setzt. Der erste essbare Lippenstift ist biologisch zertifiziert und basiert auf belebenden, nährstoffreichen Ölen sowie dem antioxidativen Intellimune Samenölkomplex.
Unter dem Motto "Stand up and connect" - "Steh auf und verbinde dich mit Gleichgesinnten und bewirke etwas" stellte Horst M. Rechelbacher neue Alternativen in Verbindung mit neuen Formen der Kommunikation wie Internet vor.
"Rohstoff- und Qualitätssicherung - Reicht Fair Trade oder Bioanbau zur Differenzierung aus?" Welche Transparenz ist zur Qualitätssicherung notwendig und wie kann man Nachhaltigkeit sichtbar machen? Anhand eines Fallbeispiels stellte Dr. Peter Schaumberger, CEO Institute for Marketecology, die Möglichkeit vor, von Anfang an mit natürlichen Rohstoffen zu arbeiten.
Der Naturkosmetik Branchenkongress hatte auch zu einer Diskussionsrunde eingeladen: "Was Konsumenten wirklich wollen." Moderator Gerald A. Hermann (Direktor Organic Services GmbH) führte die Teilnehmer Katja Burghardt (Chefredakteurin Vital), Rita Stiens (Buchautorin und Betreiberin der Website www.kosmetik-check.de), Silke Schwartau (Abteilungsleiterin Verbraucherzentrale Hamburg), Dr. Wilfried Petersen (Geschäftsführender Direktor Dr. Straetmans) und Dr. Stefan Hermann Siemer (Inhaber Ambulanz für neue Kommunikation) durch die Diskussion. Die Vertreter von Wissenschaft, Medien und Verbraucherschutz diskutierten teilweise sehr kontrovers, dennoch erkannte man, dass Zertifizierungen wichtig seien, jedoch solle man sich nur auf ganz wenige konzentrieren. Komplexe Herstellungsverfahren sollten in Zukunft transparenter gemacht werden. Sonst komme die Information nicht richtig bei den Konsumenten an. Der Kunde informiere sich heute immer mehr, ob vorrangig im Web 2.0 oder direkt beim Hersteller. Großkonzerne sind deshalb schon tatkräftig dabei, aufwändige Nachhaltigkeitsprogramme zu entwickeln und zu kommunizieren. Somit erhalten die Märkte neue Dynamik und der Wettbewerb ist weiterhin gefordert, neue Wege in der Kommunikation zu gehen.
Unter dem Mott "Best Practice" stellte Inhaber Yiorgos sein Unternehmen Korres vor. Von der Athener Apotheke zur internationalen Kultmarke - Korres hat heute über 250 Mitarbeiter und bietet rund 400 Produkte an, die in eigener Herstellung (Ecocert, ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert) produziert werden.
Von Griechenland kommen wir nun nach Brasilien - ein Land, das mehr als ein Rohstofflieferant ist. Brasilien liegt laut Euromonitor 2011 mit 37,4 Mrd. US-Dollar an dritter Stelle wenn es um das weltweite Kosmetik-Ranking geht. Die USA liegen mit 59,8 Mrd. US-Dollar an erster Stelle, gefolgt von Japan mit 43,8 Mrd. US-Dollar. Gleich hinter Brasilien holt China mit 23,6 Mrd. US-Dollar auf, gefolgt von Deutschland mit 17,7 Mrd. US-Dollar. Das Potential Brasiliens in Bezug auf Naturkosmetik ist immens. Dies versuchte anhand von Beispielen Alexandre Harkaly, Gründer und Direktor der IBD Certifications, zu erläutern. Das Unternehmen setzt sich für die organische und biodynamische Landwirtschaft und biologische Rohstoffe für Naturkosmetik in Brasilien ein. IBD zertifiziert Rohstoffe und entsprechende Produktlabels in ganz Lateinamerika.
Die Veranstaltung endete mit dem Vortrag "Verpackungskonzepte der Zukunft: Hersteller und Händler im Gespräch" mit Susanne Klose (topac avarto) und Simon Köppen (ClimatePartner).
Quelle: beautypress
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