26.10.2011

OpSec Security, Inc.

Illegale Körperpflege- und Kosmetikprodukte

Eine aktuelle Studie deckt illegale Kosmetikprodukte auf, die sich auf Online-Portalen tummeln.

Die Ergebnisse der Studie von OpSec Security, Inc., einem führenden Anbieter von Anti-Fälschungstechnologien, zeigen, dass die Anzahl von Produkten, die möglicherweise gefälscht, minderwertig oder abgelaufen sind oder aber giftige Substanzen enthalten, stark gestiegen ist.

Mit Hilfe seines unternehmenseigenen Internetmonitoringsystems durchsuchte OpSec Business-to-Business-Portale (B2B) und Business-to-Consumer-Portale (B2C) nach Körperpflege- und Kosmetikprodukten folgender Kategorien: Mascara, Nagellack, Shampoo, Rasierer, Herren- und Damenparfum. Dabei stellte sich heraus, dass diese Produkte des täglichen Gebrauchs zunehmend gefälscht und online vertrieben werden. Hauptsächlich stammten die Fälschungen aus dem Asien-Pazifik-Raum.

“In der Vergangenheit handelte es sich bei gefälschten Körperpflege- und Kosmetikprodukten hauptsächlich um hochpreisige Luxusartikel, doch mittlerweile haben sich die Fälschungen auch auf Produkte des täglichen Gebrauchs ausgeweitet. Die Anonymität des Internets bietet Fälschern ideale Voraussetzungen für den erfolgreichen Ausbau ihrer Geschäfte”, erklärt Tom Taylor, President, Brand Protection, OpSec Security. “Auf den großen Auktionsportalen treffen unvorsichtige Verbraucher auf betrügerische Anbieter von Körperpflege- und Kosmetikprodukten zweifelhafter Qualität und Herkunft. Oft beziehen diese Anbieter ihre gefälschte oder minderwertige Wäres selbst über Internet-Handelsportale. Als Indikatoren, die für unseriöse Händler typisch sind, entlarvte OpSec folgende Verhaltensweisen:

● Liefermöglichkeiten großer Mengen innerhalb kurzer Fristen
B2B-Handelsportale bieten eine weltweite E-Commerce-Plattform für den Verkauf und Kauf von Produkten in Großmengen. OpSec ermittelte 275.000 Körperpflege- und Kosmetikangebote auf B2B-Portalen mit einer durchschnittlich angebotenen Stückzahl von 250.000 pro Monat je Eintrag. Damen- und Herrenparfums waren mit 175.000 entdeckten Einträgen auf führenden B2B-Portalen besonders beliebt. In einem speziellen Fall bot ein Anbieter die monatliche Lieferung von 10 Millionen Flaschen eines beliebten Markenshampoos an. Auf B2C-Portalen wurden mehr als 46.500 Einträge für Körperpflege- und Kosmetikprodukte mit einer Gesamtstückzahl von 4,85 Millionen ermittelt. Mascara, Nagellack und Shampoo waren jeweils in einer Stückzahl von über einer Million erhältlich. Der umsatzstärkste Anbieter auf B2C-Portalen war mit 453 Einträgen und einer Gesamtstückzahl von 76.000 vertreten. Er hatte bereits 23.000 Produkte im Gesamtwert von 800.000 US-Dollar verkauft.

● Preise liegen deutlich unter den üblichen Einzelhandelspreisen
Beim Online-Kauf sind Verbraucher deutlich preisbewusster geworden. Entsprechend hoch ist auf B2C-Portalen die Nachfrage nach Körperpflege- und Kosmetikprodukten zu Discountpreisen. Dieser Trend kommt Produktfälschern sehr entgegen, da er sowohl die Herstellung von Billigprodukten fördert als auch die Auswahl an Fälschungen erhöht. So werden auf B2C-Auktionsportalen Körperpflege- und Kosmetikprodukte zwischen 30 und 40 Prozent unterhalb des Einzelhandelspreises verkauft. Auf B2B-Portalen werden die Produkte als Mengenware angeboten, oft zu günstigeren Preisen als im regulären Großhandel.

● Ware befindet sich im Asien-Pazifik-Raum, wird jedoch weltweit geliefert
Die kostenbedingte Verlegung von Produktionsstätten in Länder wie China setzt Unternehmen aufgrund der damit verbundenen eingeschränkten Kontrolle ihrer Lieferketten einem erhöhten Risiko aus, ins Visier von Produktfälschern zu geraten. Rechtswidrig hergestellte Waren unterliegen nicht der üblichen Qualitätssicherung und können zur Einsparung von Kosten mit gefährlichen Substanzen versetzt sein. Die Studie von OpSec ergab, dass 75 Prozent der Einträge auf B2B-Portalen von Anbietern aus China stammen, das bekanntermaßen eines der Hauptherkunftsländer gefälschter Körperpflege- und Kosmetikprodukte ist. Bei den B2C-Plattformen waren die drei Top-Länder mit den meisten Angeboten Hongkong, China und Taiwan.
  
● Fragwürdige Verpackungsfotos und/oder Verpackungsbeschreibungen
Einige der von OpSec untersuchten Anbieter gaben an, dass sie die Möglichkeit hätten, bekannte Erstausrüster-Produkte (original equipment manufacturer (OEM) products) herzustellen. Die Abbildungen zeigten bekannte Markenprodukte. Genauere Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Verkäufer nicht nur die kundenindividuelle Herstellung von Verpackungen, sondern auch die Erstellung von Produkten nach individuellen Kundenwünschen anboten. Der Käufer kann also Markenprodukte seiner Wahl in äußerst großen Mengen bestellen. In einem Fall bot ein OEM-Hersteller die monatliche Lieferung von 900.000 Flakons eines beliebten Markenparfums an.

● Negative Kundenkommentare auf B2C-Portalen
Einige der von OpSec untersuchten Top-Verkäufer behielten trotz negativer Kommentare von Käufern auf Auktionsseiten eine insgesamt hohe Feedbackrate bei. So war einer der Anbieter beispielsweise hinsichtlich der gelieferten Warenqualität zu 99 Prozent positiv bewertet, hatte aber gleichzeitig 130 negative Kundenkommentare erhalten. Viele Kommentare bezogen sich auf gekaufte Waren, die aufgrund minderwertiger Qualität oder nach Begutachtung durch einen autorisierten Händer für Fälschungen gehalten wurden.

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